Wenn jeder Handgriff sitzt
4. Dezember 2019

Zugegeben, im Motorsport stehen normalerweise die Fahrer im Vordergrund. Ihre Leistung beurteilen, ihre Erfolge bejubeln die Fans. Doch in der DTM stehen im Rahmen des Best Pit Stop Awards von Hankook auch die Boxencrews im Fokus. Rekordsieger dieser Meisterschaft: die Mannschaft des Audi Sport Team Phoenix.

An insgesamt fünf Wochenenden gelang der Truppe von Teamchef Ernst Moser 2019 der schnellste Pit Stop des Events. Mit vier Siegen sicherte sich die #99-Crew den Titel. Die Mannschaft der #28 beendete die Saison mit einem 1. Platz knapp dahinter auf Rang drei. Seit 2011 wird der Award vergeben, vier Mal hat Phoenix Racing bisher gewonnen. Erstmals 2011, seit 2017 nun drei Mal in Folge – so oft wie kein anderes Team.

Doch der Boxenstopp ist nur ein Teil der Arbeit. Die Mechaniker haben an einem Rennwochenende noch allerhand mehr zu erledigen. „DTM-Wochenenden sind extrem anstrengend. Zwischen Qualifying und Rennen ist oft nur sehr wenig Zeit. Da muss jeder Handgriff sitzen“, erklärt Patrick Schneider die Herausforderung.

Dabei kümmern sich drei Mechaniker um ein Auto. Der Chefmechaniker hat alles, was im Inneren des Fahrzeugs passiert, im Blick. Er ist dafür verantwortlich, dass alle Vorgaben, seien sie von Audi oder der ITR, umgesetzt werden. „Der Chefmechaniker fungiert als Bindeglied zwischen den Ingenieuren und den Mechanikern, aber auch dem Fahrer. Er muss den Überblick behalten und schauen, dass alle an einem Strang ziehen und der Fahrer sich wohlfühlt“, so Schneider weiter. Die beiden Teams der zwei Fahrzeuge werden von drei weiteren Personen unterstützt, beispielsweise beim Thema Reifen.

Nach dem Rennen geht es dann an die Revision. Das Auto wird zerlegt, der Bolide gereinigt und alle Teile auf Herz und Nieren geprüft – entweder vom Team selbst oder von Audi. Danach wird der Audi RS5 DTM wieder zusammengebaut und begibt sich auf die Reise zum nächsten Rennwochenende.

Bei soviel technischer Arbeit mag es verwundern, dass eine Mechaniker-Ausbildung für Phoenix Racing nicht zwingend das Nummer-1-Kriterium ist. „Natürlich ist ein Grundverständnis der Sache unabdingbar, aber viel mehr als die Ausbildung ist uns ein ausgeprägtes technisches Know-how wichtig. Und natürlich eine gewisse Leidenschaft für den Motorsport“, erzählt Rockys Chefmechaniker. „Die Arbeit ist stressig, lange Tage und Nachtschichten sind keine Seltenheit. Da hilft es ungemein, wenn du deinen Job gern machst.“

Zur Leidenschaft und dem Technikverständnis sollte der ideale Mechaniker dann noch eine Eigenschaft mitbringen: Akribie. „Gerade an Rennwochenenden ist in der Box extrem viel los. Wir müssen schnell arbeiten, aber auch fehlerfrei. Wir haben viel Verantwortung, gerade dem Fahrer gegenüber“, erläutert Schneider. Wenn es mal nicht so läuft, ist die Crew gern mal erster Schuldiger. Doch gleichzeitig sind sie auch die Ersten, die im Parc Fermé mit Rocky oder Loïc jubeln.

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