Phoenix Heroes: Frank Stippler
9. April 2020

2012 feierte Phoenix Racing eines seiner siegreichsten Jahre im GT-Sport: Mit Triumphen in Bathurst, auf dem Nürburgring und in Spa durfte der Rennstall aus der Eifel Siege bei drei der prestigeträchtigsten Langstreckenrennen der Welt bejubeln. Eine tragende Säule in dieser Erfolgsgeschichte: Frank Stippler.

„Stippler, Döttingen, alles ok.“

Doch der erste Gedanke, wenn man Ernst Moser nach dem 45-Jährigen fragt, ist ein ganz anderer. Denn bei Phoenix Racing gibt „Stippi“ nicht nur am Steuer seines Audi auf der Nordschleife Vollgas, auch seine Funksprüche sind legendär.

„Einige seiner Funksprüche sind mittlerweile fester Bestandteil jedes Laufs. Ohne sie kann ich mir ein Rennen gar nicht mehr vorstellen“, lacht Moser. Auch seinen Unmut äußert der Routinier dort gern einmal: „Das ist unglaublich lächerlich! Lächerlich! Das ist sein Standard-Spruch, wenn ihm etwas nicht passt. Das, und Stippler, Döttingen, alles ok. Die werden mir auf jeden Fall fehlen, sollte Frank irgendwann mal nicht mehr dabei sein“, so der Teamchef.

Teil der Erfolgsgeschichte

Stippler gilt seit Jahren als echter Nordschleifen-Experte. Und diesen Status hat sich der ehemalige DTM-Pilot redlich verdient. 13 Siege bejubelte er im Rahmen der Nürburgring Langstrecken-Serie bis dato, dazu eine Vielzahl von Podestplätzen. Seit mehr als zehn Jahren greift er für Phoenix Racing in der Eifel ins Steuer. Mit dem Rennstall aus Meuspath feierte der Audi-Werksfahrer auch drei seiner größten Triumphe: die beiden Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2012 und 2019, dazu kommt der Erfolg bei den 24 Stunden von Spa.

„2012 war ein herausragendes Jahr. Einen großen Teil des Erfolgs haben wir Frank zu verdanken. Er hat in dieser Saison Großes geleistet“, erzählt Moser. Auf seiner Heimstrecke war er das Maß der Dinge und trug nicht nur maßgeblich zum dritten Triumph beim Langstreckenklassiker für Phoenix Racing, sondern auch zum allerersten Gesamtsieg für Audi bei. In Spa kletterte er nach insgesamt mehr als neun Stunden Fahrzeit völlig dehydriert aus dem Auto.

Der Perfektionist und seine Eigenheiten

Doch diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Der Motorsportler aus Bad Münstereifel gilt als akribischer Arbeiter, als willensstark und fordernd. Fragt man seinen Chef, wie er den ehemaligen Porsche Supercup-Champion beschreiben würde, kriegt man das zunächst mit einem lauten Lachen quittiert: „Das ist gar keine einfache Frage. Mit Frank hat man es nicht immer leicht, er hat so seine Eigenheiten. Seine extreme Hygiene ist ja mittlerweile allen bekannt.“

Doch darüber hinaus ist der Audi-Pilot in der Mannschaft hochgeschätzt. „Seine Set-up-Aussagen sind beeindruckend, das Gefühl zum Auto unglaublich. Hört oder spürt er etwas Unnormales am Getriebe oder an den Radlagern ist es Zeit, danach zu schauen. Außerdem vergisst er nie, wer einen Anteil an all dem hat: das Team“, erklärt der Phoenix Racing-Gründer. Deshalb schmeißt Stippi am Ende der Saison auch gern mal eine kleine Abschlussparty.

Die Ausnahme im Motorsport

Eine solch langjährige Partnerschaft mit dieser Extraportion Vertrauen ist im Motorsport mehr als selten. Im Falle von Stippler und Moser geht sie aber noch ein ganzes Stück weiter. Mittlerweile verbindet die beiden eine echte Freundschaft. Gemeinsamer Fixpunkt seit eh und je: die Nürburgring-Nordschleife.

„Die Mannschaft und Frank sind in all den Jahren einfach eng zusammengewachsen“, resümiert der Teamchef. „Wir wissen, was wir aneinander haben und schätzen die gemeinsame Arbeit sehr. Wir bestreiten hoffentlich noch ein paar Jahre zusammen!“

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