24h Nürburgring: Spannung vom Anfang bis zum Ende
27. September 2020

„Sollte ich jemals entspannt hier sitzen, höre ich mit dem Motorsport auf“, sagte Ernst Moser vor dem Neustart des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring. Gefahr auf baldigen Ruhestand besteht damit also nicht, denn der Neustart des Langstreckenklassikers war alles andere als entspannend!

Was unseren Teamchef dieses Mal so nervös machte? Auf alle Fälle das Wetter, das sich in gewohnter Eifelmanier nahezu stündlich änderte und sogar dazu führte, dass das Rennen in der Nacht unterbrochen werden musste.

Die Frage nach dem richtigen Reifen bestimmte über Stunden hinweg die Diskussionen am Kommandostand. „Die Ingenieure standen vor keiner einfachen Aufgabe“, sagt Ernst Moser. „Immer wieder zogen Schauer auf, während die Strecke an anderer Stelle abtrocknete. Es war also fast unmöglich, immer die richtige Wahl zu treffen.“

Umso höher sind die Entscheidungen der Strategen in der Schlussphase zu bewerten: Als sich der Kampf um die Podestplätze zuspitzte, setzten alle Topteams auf Regenreifen für die noch durchweg nasse Nordschleife. Mit einer Ausnahme: Das Audi Sport Team Phoenix, das auf Semi-Slicks wechselte und im Zuge mehr als zehn Sekunden pro Runde gutmachte.

„Wir mussten pokern, um unsere Chance auf den Sieg nicht einzubüßen. Wir wollten unbedingt gewinnen“, blickt Nico Müller zurück. Der Schweizer, der zu diesem Zeitpunkt im Auto saß, weiß: „Wir waren das schnellste Auto im Feld und machten ordentlich Boden gut. Zudem wechselten wir zum perfekten Zeitpunkt zurück auf Regenreifen, was uns in eine sehr gute Lage für den Endspurt um den Sieg brachte.“

Zum Endspurt um den Sieg kam es wenige Runden später – jedoch ohne Beteiligung der Phoenix-Racing-Piloten. Ein Reifenschaden rund 30 Minuten vor Schluss ließ die Hoffnungen auf die Wiederholung des Vorjahreserfolgs platzen. Was blieb, war ein fünfter Platz, der in Anbetracht aller Höhen und Tiefen als Erfolg für Nico Müller, Dries Vanthoor, Frédéric Vervisch und Frank Stippler gewertet werden darf.

Gleiches gilt für die Besatzung des Schwesterfahrzeugs: Zwar gingen Kim-Luis Schramm, Michele Beretta, Jules Gounon und Doppelstarter „Stippi“ leer aus, einen bleibenden Eindruck haben sie aber dennoch hinterlassen. Bis zu ihrem Ausfall wegen eines technischen Problems drei Stunden vor Rennende kämpfte das Quartett um die Top-5-Positionen.

„Wir hatten in diesem Rennen zwei pfeilschnelle Autos am Start und eine Crew, die einen Spitzenjob gemacht hat“, resümiert Ernst Moser. „Es war spannend bis zum Schluss und nur zu gern, hätte ich der Mannschaft einen Podesterfolg gegönnt. Nichtsdestotrotz können wir auf das Erreichte sehr stolz sein.“

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